Aktuell

Daniela Schmaus beim Vortrag im Kompetenzzentrum Daniela Schmaus (Schmaus GmbH)

INKLUSION ALS INNOVATIONSMOTOR

 

Am 11. April fand das 4. Seminar am Nachmittag im Kompetenzzentrum für Vermittlung und Integration statt. Eingeladen hatte das Projekt AuVschwung.

 

Thematisch schloss das Seminar an die 2. AuVschwung Konferenz an. Unter der Überschrift: „Digitalisierung – Arbeit – Behinderung“ wurden an konkreten Beispielen aus der Praxis sächsischer Unternehmen deutlich, wie der technische Wandel auf den Prozess der Inklusion Einfluss nimmt. Birgit Noack von der BBW-Leipzig-Gruppe eröffnete die Veranstaltung mit einer Einführung in das Thema Digitalisierung. Sie machte deutlich, dass es hier vor allem auch darum geht, sich Prozesse im Unternehmen gut anzuschauen und zu optimieren bevor sie digitalisiert werden. Heike Christoph von dem Hersteller für Zahnersatz etkon GmbH aus Markkleeberg erklärte, dass auch in einer hochtechnisierten Branche der Mensch als Arbeitskraft nach wie vor unverzichtbar ist. Die technischen Möglichkeiten würden aber dabei helfen, auch Menschen mit Handicaps besser zu integrieren.

 

Dass Inklusion im Unternehmen nicht allein eine Frage technischer Hilfsmittel ist, machte Daniela Schmaus von der Schmaus GmbH in ihrem Vortrag deutlich. Es ist vielmehr ein Zusammenspiel aus mehreren Komponenten in das technische Hilfen und digitale Möglichkeiten mit einfließen. Das Logistikunternehmen für Büroartikel und Dienstleistungen aus Hartmannsdorf erhielt im vergangenen Jahr den renommierten Inklusionspreis für die Wirtschaft. Im Unternehmen haben 27 Prozent der Beschäftigten eine Schwerbehinderung oder sind gleichgestellt. Eine Datenbrille hilft allen Mitarbeitenden die Kommissionierung von Waren schneller und mit weniger Fehlern durchzuführen. Die Idee für die Datenbrille entstand, weil auch viele Gehörlose bei Schmaus arbeiten. Die Datenbrille erleichtert die Kommunikation und warnt die Mitarbeitenden im Notfall auch mit visuellen Alarmsignalen. Auch ein Mitarbeiter mit Autismus profitiert sehr von der Datenbrille. „Die Packlisten, mit denen zuvor gearbeitet wurde, überforderten den Mitarbeiter“, so Schmaus. Jetzt bekommt er mit der Datenbrille jeden Arbeitsschritt nacheinander angezeigt und so funktioniert es ohne Probleme. Das Beispiel Schmaus zeigt auf, wie Mitarbeitende mit Behinderung bei Unternehmen ein Motor für Innovation sein können. Die Datenbrille hilft Menschen mit Hörbeeinträchtigung oder Autismus aber auch Mitarbeitenden ohne Behinderung erleichtert sie den Arbeitsalltag.

 

Im Anschluss an die Vorträge kam es zu einer lebhaften Diskussion. Im Rahmen des Projekts AuVschwung fand das Seminar am Nachmittag zum letzten Mal statt. Die Diskussion und die Auslastung der angebotenen Plätze zeigen jedoch, dass es einen dringenden Bedarf für derartige Fortbildungsangebote und Austauschmöglichkeiten gibt. Im Kompetenzzentrum für Vermittlung und Integration wird bereits über Möglichkeiten der Fortführung der Seminare sowie der Konferenz für Vermittlung, Arbeit und Inklusion nachgedacht.

Video Brückenschlag 2019

Video mit Gebärdensprache

Der Preisträger Marko Pfaff hält den Inklusionspreis in der Hand Marko Pfaff (Preisträger)

Brückenschlag 2019 für Kooperationspartner von AuVschwung

 

Auf ihrem Neujahrsempfang verlieh die BBW-Leipzig-Gruppe ihren Inklusionspreis Brückenschlag. Dieses Jahr wurde das Unternehmen Marko Pfaff & Co. Spezialfahrzeugbau GmbH ausgezeichnet. Das Familienunternehmen beschäftigt circa 60 Personen und fertigt zum Beispiel Schaustelleranhänger und Wohnwagen an.

 

Die Bad Lausicker Firma erhielt den Preis für die gute Zusammenarbeit mit dem Projekt AuVschwung, das sich im Kompetenzzentrum für Vermittlung und Integration seit 2016 für die Aktivierung und Vermittlung schwerbehinderter Menschen und deren nachhaltige Integration in die Gesellschaft einsetzt. 180 Menschen mit Schwerbehinderung können insgesamt an dem Projekt teilnehmen, das noch bis Mitte dieses Jahres läuft.

 

2018 wurden in der Marko Pfaff & Co. Spezialfahrzeugbau GmbH zwei gehörlose Teilnehmer des Projekts AuVschwung eingestellt. Gute Vorstellungsgespräche, überzeugende Praktika, Erprobung in verschiedenen Bereichen und gelungene Probebeschäftigung führten schließlich zu zwei unbefristeten Beschäftigungsverträgen. Darüber hinaus gibt es bereits Pläne für einen speziell zugeschnittenen Arbeitsbereich für die zwei gehörlosen Mitarbeitenden. In Abstimmung mit dem Integrationsberater des Projekts AuVschwung und dem  technischen Berater der Agentur für Arbeit wird die Förderung einer Arbeitsplatzausstattung auf den Weg gebracht.

 

„Das generationsübergreifende Familienunternehmen steht für eine  Bilderbuchintegration“

(Rita Eichhorn, Leiterin Kompetenzzentrum für Vermittlung und Integration)

 

80% der Unternehmen, in die AuVschwung Teilnehmende vermittelt  sind kleine und mittlere Betriebe. „Es war natürlich eine schöne Erfahrung, auch Stellvertretend für den kompletten Mittelstand, den Preis entgegenzunehmen“ sagte Juniorchef Wieland Oswald in einem Radiointerview über die Preisverleihung. Gerade in Sachsen setzen sich mehr und mehr mittelständische Unternehmen für das Thema Inklusion ein. 

 

„Ich würde jedem Betrieb empfehlen, der die Möglichkeit hat, Menschen mit Behinderungen einzustellen, sich das zu trauen. Auch wenn man vielleicht Bedenken hat, sollte man es versuchen. Oft wird Menschen mit Behinderungen zu wenig zugetraut“
(Marko Pfaff, Geschäftsführer, Marko Pfaff & Co. Spezialfahrzeugbau GmbH)

Steffen Neumann (Schwerbehindertenvertreter momox GmbH)

Netzwerk für Inklusion auf dem Arbeitsmarkt

 

Unter dem Motto: „Schwerbehinderte Menschen einstellen – statt Ausgleichsabgabe zahlen“ veranstaltete das Projekt AuVschwung am 13.06.2018 ein erstes Vernetzungstreffen der Leipziger Schwerbehindertenvertretungen. Die Veranstaltung zur betrieblichen Inklusion ist bisher einmalig in Leipzig – sie brachte die Schwerbehindertenvertreter großer Leipziger Unternehmen erstmals an einen Tisch. Nach einer kurzen Einführung ins Projekt AuVschwung durch  Integrationsberater, Burchard Siuts, berichtete Steffen Neumann, Schwerbehindertenvertreter der momox GmbH Leipzig, aus seiner betrieblichen Praxis. Antje May vom Kommunalen Sozialverband Sachsen informierte über gesetzliche Rahmenbedingungen bei der Beschäftigung von Menschen mit Schwerbehinderung.

„Ich halte die Vernetzung der Schwerbehinderten- vertretungen, gerade hier in der Region Leipzig, für enorm wichtig“, so Christoph Meyer, Schwerbehinderten-vertreter der Leipziger Verkehrsbetriebe.
„Das im Aufbau befindliche Netzwerk würde den Schwerbehindertenvertretungen in der Stadt Leipzig, in den einzelnen Unternehmen, sehr helfen, sich enger zu verzahnen und mit Hilfe von AuVschwung auch Jobmöglichkeiten zu platzieren“. Mit Blick auf demographische Entwicklungen und den Fachkräftemangel sei es enorm wichtig, eine gemeinsame Anlaufstelle zu haben, resümiert Meyer und unterstreicht damit die Bedeutung des Beitrags, den das Projekt AuVschwung für einen inklusiven Arbeitsmarkt in Leipzig leistet.

Einladung zu einer Informations- und Diskussionsveranstaltung

 

Alle interessierten Schwerbehindertenvertretungen laden wir herzlich dazu ein, mit uns in den Diskurs zu gehen, wir wir Inklusion im Betrieb und Sie selbst bei Ihrer Arbeit unterstützen können.

 

Die Veranstaltung findet statt am:

 

Datum:       Mittwoch, 13.06.2018

Zeit:             13 Uhr bis 15 Uhr

Ort:               Berufsbildungswerk Leipzig gGmbH

                       Modellprojekt AuVschwung

                       Grimmaische Str. 10, 04109 Leipzig, 3. Etage

 

Die Veranstaltung ist kostenlos. Ihre Anmeldung senden Sie bitte bis zum 01.06.2018 formlos per E-Mail an info@auvschwung.de.

3. Seminar am Nachmittag zum Thema technische und finanzielle Hilfen

 

Auf großes Interesse bei Arbeitgebern und Personalverantwortlichen stieß das 3. Seminar am Nachmittag, das am 18.04. im Kompetenzzentrum für Vermittlung und Integration stattfand. Klemens Nieft (technischer Beratungsdienst, Kommunaler Sozialverband Sachsen, Integrationsamt) und Roland Berger (Technischer Berater der Bundesagentur für Arbeit Leipzig/Oschatz) informierten über technische Ausstattung von Arbeitsplätzen für Menschen mit Behinderung, technischen Beratung für Arbeitgeber und Fördermöglichkeiten bei der Beschäftigung von Menschen mit Schwerbehinderung.

Die Handwerkskammer Leipzig berichtet über AuVschwung

in der ersten Regionalausgabe 2018 von "Deutsches Handwerksblatt" der Handelskammer zu Leipzig wird auf Seite 54 und 55 erneut ausführlich über die beispielhafte Zusammenarbeit vom Projekt AuVschwung mit der Leipziger Firma "malerwerkstätten.com"  berichtet.

01.12.2017                                  

 

Aufschwung in der Beschäftigung von Menschen mit Behinderung

 

„Anhaltenden Aufschwung“ meldet die Bundesagentur für Arbeit bei der Bekanntgabe ihrer Arbeitslosenzahlen für November 2017. 20.000 Menschen weniger sind arbeitslos als noch im Oktober, 164.000 weniger als im November vor einem Jahr. In dieser bundesweiten "Woche der Menschen mit Behinderung" betont die Bundesagentur für Arbeit ihren Einsatz für die gleichberechtigte Teilhabe der behinderten Menschen am Arbeitsmarkt. Denn auch sie profitieren vom „anhaltenden Aufschwung“.

 

Die Agentur für Arbeit Leipzig meldet, dass 20.682 Menschen im November 2017 arbeitslos waren – 978 dieser Arbeitsuchenden haben eine Schwerbehinderung. Im November 2016 lag diese Zahl noch bei 1.188 Menschen. „Für die berufliche Ausbildung und die Eingliederung in einen Arbeitsplatz haben wir besondere Förderinstrumente für Menschen mit einer Behinderung“, so der Vorsitzende der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Leipzig Steffen Leonhardi. Zudem sind auch spezielle Projekte und Maßnahmen für den Rückgang von 17,7 % zum Vorjahr verantwortlich.

 

„AuVschwung“ steht für „Aktivierung und Vermittlung schwerbehinderter Menschen und nachhaltige gesellschaftliche Inklusion“. Das auf drei Jahre ausgelegte Projekt der Agentur für Arbeit Leipzig in Kooperation mit dem Jobcenter Leipzig will erreichen, dass mehr Arbeitgeber schwerbehinderten Menschen ausbilden oder beschäftigen.

 

Rita Eichhorn, Leiterin des Kompetenzzentrums für Vermittlung und Beratung des projektbeauftragten Berufsbildungswerkes Leipzig zieht eine Halbzeitbilanz: „Von den bislang 99 arbeitsuchenden Leipzigern mit Schwerbehinderung, die ins Projekt „AuVschwung“ kamen, konnten wir knapp 40 % in Arbeit bringen.“ Neben der Vermittlungsquote sei es aber auch wichtig, eine Servicestelle für die Vermittlung von Menschen mit Behinderung in Leipzig aufzubauen. „Dazu zählt die Vernetzung von Integrationsamt, Integrationsfachdienst, Schwerbehindertenvertretungen und Personalabteilungen, Integrationsfirmen, Beratungsstellen, Vereinen und Verbänden“, so Eichhorn weiter. „AuVschwung bietet zudem Arbeitgebern Information, Beratung, Vermittlung und Vernetzung aus einer Hand und mit den zweimal im Jahr stattfindenden „Seminaren am Nachmittag“ ein Fortbildungsprogramm für Personalentscheider“.

 

Das Leipziger Projekt „AuVschwung“ im Rahmen der Inklusionsinitiative der Bundesregierung zur intensivierten Eingliederung und Beratung von Menschen mit Behinderung wird gefördert durch das Bundesministerium für Arbeit und Soziales aus Mitteln des Ausgleichsfonds und endet am 31.05.2019. 

15.11.2017                                  Constanze Würfel beim Impulsvortrag

 

2. Seminar am Nachmittag - Arbeitsrecht und Schwerbehinderung

 

Personalverantwortliche von Unternehmen und Netzwerkpartner kamen am Mittwoch zur zweiten Ausgabe der „Seminare am Nachmittag“ ins Kompetenzzentrum für Vermittlung und Integration in die Grimmaische Straße 10. Die Fortbildungsreihe wird vom Projekt AuVschwung angeboten. Zum Thema „Arbeitsrecht und Schwerbehinderung“ sprachen die Fachanwältin für Sozialrecht, Constanze Würfel und der Sachbearbeiter für Kündigungsschutz und begleitende Hilfen des KSV Sachsen, Ralf Zimmermann. Beide Referenten betonten die Wichtigkeit einer guten Kommunikation, wenn es bei der Beschäftigung von Menschen mit Schwerbehinderung zu Problemen kommt.

 

Es sei im Interesse aller Parteien, die Maßnahmen des Betrieblichen Eingliederungsmanagements gut auszuschöpfen. Mit Hinblick auf den Fachkräftemangel können es sich Unternehmen nicht mehr leisten, auf Arbeitskräfte zu verzichten. Wenn es auf Grund einer Erkrankung oder Behinderung zu Minderleistung kommt, müsse immer erst überprüft werden, ob eine Weiterbeschäftigung durch technische Hilfen oder Änderung der Arbeitsbedingungen möglich ist, so Zimmermann. „Der Rechtsweg ist oft langwierig und für die Betroffenen zermürbend“, sagte Würfel. Die Abläufe zwischen Rentenkassen, Jobcenter und Ärzten müssen beschleunigt werden. Für ihre Klienten werde es immer schwieriger zurück in Arbeit zu kommen, je länger sich ein Verfahren hinzieht.

Neuigkeiten aus dem Projekt AuVschwung im Newsletter

 

AuVschwung: Erste Erfolge sichtbar
Vor etwas mehr als einem Jahr ist das Projekt AuVschwung in Leipzig gestartet. Das Projektziel, mehr Menschen mit Schwerbehinderung in Ausbildung und Beschäftigung zu bringen, nimmt ganz konkrete Formen an. Lesen Sie mehr in unserem Newsletter

AuVschwung Newsletter Oktober 2017
Newsletter Auvschwung Oktober 2017(final[...]
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Faktor A - Das Arbeitgebermagazin der Bundesagentur für Arbeit berichtet über eine erfolgreiche Vermittlung von AuVschwung

 

Lars Lehmann ist gehörlos und war lange Zeit auf Jobsuche. Bei dem leipziger Unternehmen malerwerkstätten.com fand er nun durch das Projekt AuVschwung eine neue Beschäftigung. Den ganzen Bericht können Sie bei Fator A, dem Arbeitgebermagazin der Bundesagentur für Arbeit, nachlesen.

14.06.2017

 

Auftakt für Fortbildungsreihe zum Thema: Inklusion in der Arbeitswelt

 

Im Kompetenzzentrum für Vermittlung und Integration fand am Mittwoch, dem 14.06.2017, die Auftakt-veranstaltung der Fortbildungsreihe „Seminare am Nachmittag“ statt.

 

Initiiert wurde das Fortbildungsangebot vom Projekt AuVschwung. Ziel des Projektes ist es, Menschen mit einer Schwerbehinderung in Arbeit zu vermitteln. Die individuelle Förderung und Entwicklung der Projekt-teilnehmenden mit Behinderung ist dabei nur ein Aspekt der Vermittlungsarbeit. Genauso wichtig ist der Aufbau eines Netzwerkes, Wissenstransfer und der Austausch untereinander. Die Seminare am Nachmittag wollen genau das erreichen. Sie sind ein Angebot zur Sensibilisierung für verschiedene Behinderungsformen und ein Forum für offenen Erfahrungsaustausch unter Arbeitgebern und Personalverantwortlichen. Information zu Hilfsmitteln und Fördermöglichkeiten stehen dabei genauso auf der Agenda, wie die Frage nach dem Abbau von Barrieren im beruflichen Alltag.

 

Das erste Seminar am Nachmittag hatte das Thema: Mitarbeiter mit Hörbeeinträchtigung. Katharina Kubitz und Marion Witkowski vom Berufsbildungswerk Leipzig gaben Praxistipps für gelingende Kommunikation in Unternehmen. Sie erklärten in ihrem Vortrag was beim Umgang mit Mitarbeitenden mit Hörbeeinträchtigung wichtig ist und welche Techniken in verschiedenen Kommunikationssituationen zum Einsatz kommen können.

 

13 Vertreterinnen und Vertreter von Leipziger Firmen kamen zum ersten AuVschwung – Seminar am Nachmittag. Teilweise gab es schon Erfahrungen mit Menschen mit Hörbeeinträchtigung in den Firmen. So berichtete beispielsweise Steffen Neumann, dass in dem großen Logistikunternehmen für das er am Standort Leipzig tätig ist, etwa 20 Menschen mit Hörbeeinträchtigung arbeiten. „Eine neue Brandmeldeanlage macht es nun auch möglich, dass die gehörlosen Mitarbeitenden in allen Bereichen des Unternehmens eingesetzt werden können“, sagt Neumann. Doch nicht immer braucht es große technische Umbauten um Barrieren im Unternehmen abzubauen. Was sich der Vorsitzende der Schwerbehindertenvertretung aus dem Seminar mitnimmt ist eine verstärkte Aufmerksamkeit für die Gesprächssituationen mit den hörbeeinträchtigten Kolleginnen und Kollegen: Das Licht und die Akustik seien Dinge, auf die er bis jetzt nicht immer genau geachtet hat. Zukünftig möchte er für Gespräche mit den hörbeeinträchtigen Mitarbeitenden gute Gesprächssituationen schaffen und für ein Gespräch “vielleicht doch mal in einen extra Raum gehen“.

 

Eine der beiden Referentinnen an diesem Nachmittag ist selbst gehörlos. Für die Seminarteilnehmenden war dies eine gute Gelegenheit, den Einsatz von Gebärdensprache und professionellen Gebärdensprachdolmetschern zu erleben. Mit einem Cochlea Implantat kann die Referentin Marion Witkowski zwar Lautsprache verstehen und selbst auch sprechen, für Vortragssituationen oder größere Teambesprechungen setzt sie aber lieber ihre Muttersprache, die Gebärdensprache, ein. Am Ende des Vortrages berichtet Marion Witkowski von Beispielen aus ihrem eigenen beruflichen Alltag. So sind zum Beispiel zu schnelle Themenwechsel in Dienstberatungen eine Kommunikationsbarriere. Deshalb sei es wichtig, das Protokolle geschrieben und anschließend auch noch einmal besprochen werden.  

 

Am Ende blieb noch Zeit für Austausch und Gespräch bei einer Tasse Kaffee und kleinen Snacks. Das nächste Seminar am Nachmittag findet am 29.11.2017, im Zeitraum von 15:00 – 17:00 Uhr, in der Grimmaischen Straße 10 im Kompetenzzentrum für Vermittlung und Integration statt. „Der Schwerpunkt wird dann auf den rechtlichen Rahmenbedingungen bei der Beschäftigung von Arbeitnehmern mit einer Schwerbehinderung liegen“,  verriet Patricia Roscher-Rothenberger vom Projekt AuVschwung. 

 

Anmeldungen für das Seminar am 29.11.2017 nehmen wir bereits jetzt entgegen. Senden sie uns einfach eine Mail an: info@auvschwung.de

Video von der ersten AuVschwung-Konferenz

30.11.2016

 

Inklusionskonferenz zur Aktionswoche für Menschen mit Behinderung

 

Knapp 100 Gäste folgten heute der Einladung zu einer Inklusionskonferenz für Vermittlung, Arbeit und Inklusion in den Leipziger Kubus.  Veranstalter war das Projekt AuVschwung der Agentur für Arbeit Leipzig in Kooperation mit dem Jobcenter Leipzig, das Arbeitgeber verstärkt sensibilisieren will, mehr Menschen mit Behinderung auszubilden oder zu beschäftigen. Im Rahmen der bundesweiten „Aktionswoche für Menschen mit Behinderung“ der Bundesagentur für Arbeit, die in diesem Jahr zum sechsten Mal vom 28.11. – 2.12.2016 für die gleichberechtigte Teilhabe von Menschen mit Behinderung an Gesellschaft und Arbeitswelt wirbt, ging es heute  als Schwerpunkt um psychische Erkrankungen. Prof. Dr. Ulrich Hegerl, Direktor der Klinik und Poliklinik für Psychiatrie und Psychotherapie des Universitätsklinikums Leipzig, stellte im Impulsreferat klar, dass psychische Erkrankungen auch als Krankheit verstanden und demzufolge behandelt werden

müssen. In Betrieben brauche es einen offeneren Umgang damit. Ob psychische Erkrankungen in die Arbeitslosigkeit führen oder Arbeitslosigkeit zu psychischen Erkrankungen führt war eines von vielen Diskussionspunkten, die auf der Konferenz besprochen wurden.

 

"AuVschwung steht für Aktivierung und Vermittlung schwerbehinderter Menschen und nachhaltige gesellschaftliche Inklusion", so Rita Eichhorn, Projektleiterin des Berufsbildungswerkes Leipzig, welches das Projekt seit Juni im Auftrag der Agentur umsetzt. "Dazu gehört eine barrierefreiere Personalpolitik auf Arbeitgeberseite", so Eichhorn weiter. Daher verstehe sich das Projekt als Servicestelle für Arbeitgeber, die über Fördermöglichkeiten informiert, zur Eingliederung berät und gleichzeitig  Fachkräfte mit Behinderung vermittelt. Das Projekt gehört zum Programm des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales (BMAS) zur „intensivierten Eingliederung und Beratung von schwerbehinderten Menschen“. Unter den 23.035 Arbeitslosen in Leipzig mit Stand November 2016 haben 1.188 eine Schwerbehinderung.

08.06.2016

Projektstart AuVschwung

Offensive für Inklusion von schwerbehinderten Menschen in Arbeit und Ausbildung in Leipzig

 

Das Bundesministerium für Arbeit und Soziales fördert seit 2014 bundesweit verschiedene Projekte zur nachhaltigen beruflichen Integration von schwerbehinderten Menschen. In der vorigen Woche konnten die Arbeitsagentur Leipzig und die Berufsbildungswerk-Leipzig-Gruppe (BBW-Leipzig-Gruppe) den Start für das auf drei Jahre angelegte Leipziger Projekt mit dem Namen „AuVschwung“ bekannt geben. AuVschwung steht dabei für Aktivierung und Vermittlung schwerbehinderter Menschen und nachhaltige gesellschaftliche Inklusion.

 

Eine recht sperriger Beschreibung, deshalb bleibe ich lieber bei der Kurzform“, sagte mit einem Lächeln die Vorsitzende der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Leipzig Reinhilde Willems. „Wichtig ist, dass von diesem Projekt schwerbehinderte Menschen in Leipzig profitieren. Mehr von ihnen in Ausbildung oder Arbeit kommen und damit die Vielfalt unserer Gesellschaft auch in der Arbeitswelt noch stärker zum Tragen kommt. Wir haben in Leipzig rund 1.700 unbesetzte Pflichtarbeitsplätze für Schwerbehinderte. Angesichts der positiven Entwicklungen auf dem Arbeitsmarkt in unserer Stadt muss es Ziel sein, dass die berufliche Inklusion von schwerbehinderten Menschen noch besser gelingt.“

 

Mit dem Projekt ist die BBW-Leipzig-Gruppe als erfahrener  Träger in der Vermittlung und Integration von Menschen mit Behinderung beauftragt. Kooperationspartner ist das Jobcenter Leipzig. Tobias Schmidt, Hauptgeschäftsführer der BBW-Leipzig-Gruppe, wies auf den Anspruch des Projektes hin, in dem er sagte: „Es braucht mehr Nähe zwischen Arbeitgebern und Menschen mit Behinderung und genau diese Nähe wird das Projekt AuVschwung herstellen.“

 

Die Projektleitung von Seiten der BBW-Leipzig-Gruppe übernimmt  Rita Eichhorn. Sie verdeutlichte bei der Vorstellung des Teams, was den Modellcharakter des Projektes ausmacht: „Im Zentrum steht ein durchgängig individualisierter Beratungs- und Vermittlungsprozess. Im individuellen Coaching werden die Bewerber auf die Anforderungen des Arbeitsmarktes vorbereitet. Der Unternehmenslotse ist das zentrale Bindeglied zu Wirtschaft und Unternehmen. Alle Anfragen von Schwerbehinderten werden in einer Servicestelle gebündelt. Ziel ist, dauerhafte Strukturen und Netzwerke in der Stadt Leipzig aufzubauen, damit Schwerbehinderten nachhaltig eine Chance auf dem Arbeitsmarkt eröffnet wird“.

 

180 schwerbehinderte Teilnehmerinnen und Teilnehmer vermittelt durch die Agentur für Arbeit und Jobcenter Leipzig werden in den nächsten drei Jahren in einem Mix aus individuellen bewerberorientierten Instrumenten aktiviert, qualifiziert und in allen Phasen des Vermittlungsprozesses begleitet. An ihrer Seite steht ein erfahrenes Projektteam aus der BBW-Leipzig-Gruppe, das für Anfragen von Schwerbehinderten, Unternehmen und Netzwerkpartner zur Verfügung steht.

Servicestelle

Grimmaische Straße 10

04109 Leipzig

Tel. (0341) 41 37-2020

E-Mail: info@auvschwung.de

Öffnungszeiten
Mo - Do 8.00-16.30 Uhr
Fr

8.00-15.00 Uhr

Mi

12:00-16.00 Uhr

in Gebärdensprache

Sprechtag
Do 13.00-15.00 Uhr

AuVschwung ist ein Projekt der Inklusionsinitiative der Bundesregierung zur intensivierten Eingliederung und Beratung von Menschen mit Behinderung